Vergleich: Glasfaserangebote häufig preiswerter als DSL-Optionen

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Immer mehr deutsche Straßen sind mit Glasfaserkabeln ausgestattet. Dennoch nutzen nur 26 Prozent der möglichen Anschlüsse tatsächlich einen entsprechenden Tarif. Dabei sind Glasfaserangebote für durchschnittliche Nutzer häufig kostengünstiger als herkömmliche DSL-Tarife.

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DSL-Tarife: Kostenvorteile kaum noch gegeben

Der Kostenvorteil von DSL gegenüber Glasfaser schwindet zunehmend. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Angebot der Deutschen Telekom, die beide Technologien gleichzeitig anbietet: Der Tarif „Glasfaser 150“ bietet eine um 50 Prozent höhere Geschwindigkeit als der DSL-Tarif „MagentaZuhause L“ und kostet lediglich 25 Cent mehr im Monat (22,45 Euro statt 22,20 Euro). Solche Fälle sind keine Seltenheit. Zahlreiche Glasfaseranbieter haben Pakete mit über 100 Megabit pro Sekunde, die unter 30 Euro monatlich kosten, während einige DSL-Tarife teurer sind und weniger Leistung bieten.

Auch bei den Internet-Preisen für Bestandskunden schneidet Glasfaser gut ab. Bei der Telekom wird der erwähnte Glasfasertarif ab dem 25. Monat günstiger als der DSL-Tarif (44,95 Euro gegenüber 47,95 Euro). Bei Vodafone sind die Kosten nach Ablauf der Mindestlaufzeit für alle Technologien gleich: Für 100 Megabit pro Sekunde zahlt man ab dem 25. Monat 44,99 Euro – egal ob DSL, Kabel-Internet oder Glasfaser.

Die aktuelle Preisentwicklung im Glasfasersektor bietet Verbrauchern viele Vorteile. Bisher war für viele Internetbenutzer das traditionelle DSL vollkommen ausreichend. Doch wenn Glasfaser für durchschnittliche Nutzer oft günstiger zu bekommen ist, könnte dies zu einem Wandel in der Nachfrage führen.

Mehrheit der Glasfaseranschlüsse wird nicht genutzt

Das Zwischenziel der Ampel-Koalition sieht vor, bis Ende 2025 die Hälfte aller deutschen Haushalte und Unternehmen mit Glasfaser zu versorgen. Laut dem Bundesbreitbandatlas hatten im Juni 2024 rund 36 Prozent der Haushalte Zugang zu Glasfaser, was einem Anstieg von 7,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings ist die Nutzungsrate dieser Anschlüsse, laut Bundesnetzagentur, von 29 Prozent im Jahr 2021 auf 24 Prozent in 2023 gesunken. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) meldete für das vergangene Jahr eine Aktivierungsquote von 26 Prozent, sodass 74 Prozent der buchbaren Glasfaseranschlüsse nicht genutzt werden.

Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ist die Aktivierungsrate in Deutschland eher gering. Trotzdem wird erwartet, dass bis Ende des Jahres 50 Prozent der Haushalte bereit für Glasfaser sein könnten. Denn nach einer Regelung der vorherigen Regierung werden nicht nur die tatsächlich genutzten Anschlüsse gezählt, sondern auch die, die in der Nähe verfügbar sind. Ein Haus gilt als versorgt, wenn ein Anschluss bis zu 20 Meter entfernt ist.

Glasfaserausbau-Stockung bremst Wechsel von Kupfer zu Glas

Die mittlerweile überholte DSL-Technologie kann den zukünftigen Anforderungen an Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit nicht mehr gerecht werden. Deshalb ist die Umstellung vom Kupfernetz auf Glasfaser in Deutschland bereits in Vorbereitung und unvermeidlich. Dennoch verläuft dieser Übergang schleppend, während andere Länder wie Portugal und Schweden nahezu flächendeckend auf Glasfaser setzen.

Innovative Tarifmodelle könnten den Markt beleben. Die verhaltene Nachfrage könnte beispielsweise durch datengestützte Tarife, spezielle regionale Preisnachlässe oder Treuevorteile gesteigert werden. Ein verstärkter Glasfaserausbau würde nicht nur Netzbetreibern helfen, ihre Investitionen zu amortisieren. Deutschland, einst ein Land des Kupfers, muss sich dem Wandel stellen, insbesondere angesichts der wachsenden Bedeutung datenintensiver KI-Technologien.

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