Glasfaser-Report 2024

Über die Hälfte der Deutschen will nicht zu Kabel oder DSL zurückkehren

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Eine bedeutende Zahl der Nutzer, die aktuell DSL oder Kabelinternet in Anspruch nehmen, denkt darüber nach, auf Glasfaser umzusteigen. Unter den Glasfaser-Nutzern geben 54 Prozent an, dass sie sich einen Rückkehr zu DSL oder Kabel nicht vorstellen können. Dennoch bleiben zahlreiche verfügbare Glasfaseranschlüsse ungenutzt. Diese Erkenntnisse stammen aus dem neu veröffentlichten Glasfaser-Monitor des Vergleichsportals Verivox.

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30 Prozent der Glasfaseranschlüsse bleiben ungenutzt

Laut einer Umfrage haben 20 Prozent der Deutschen bereits Zugang zu einem Glasfaseranschluss. 47 Prozent nutzen noch DSL, während 25 Prozent auf Kabel-Internet setzen. Trotz der Verfügbarkeit entscheiden sich viele, die die Möglichkeit haben, nicht für Glasfaser: 32 Prozent der derzeitigen DSL- oder Kabelnutzer könnten theoretisch zu Glasfaser wechseln, tun dies in der Praxis jedoch nicht. Die Daten verdeutlichen die erhebliche Diskrepanz zwischen der Verfügbarkeit und der tatsächlichen Nutzung dieser Anschlüsse, was bedeutet, dass noch ein großes Potenzial ungenutzt bleibt. Um bis 2030 eine umfassende Glasfaseranbindung in Deutschland zu erreichen, sind dringend notwendige Imagekampagnen und verbindliche Vorschriften wie Open Access erforderlich.

Einmal Glasfaser, nie wieder zurück

54 Prozent der Befragten können sich nicht vorstellen, zu DSL oder Kabel zurückzukehren. Dies liegt vor allem daran, dass 32 Prozent die Vorzüge von Glasfaser im Vergleich zu ihren bisherigen Anschlussarten als so überzeugend empfinden. Zusätzlich würden 19 Prozent auch dann bei Glasfaser bleiben, wenn die Preise moderat steigen. Andererseits streben 50 Prozent der DSL- oder Kabelnutzer eine Umstellung auf Glasfaser an; allerdings ist es jedem Fünften momentan aufgrund mangelndes Ausbaus in ihrer Region nicht möglich. Überraschenderweise hindern Berichte über Probleme und Verzögerungen beim Ausbau nur wenige Menschen davon ab, zu Glasfaser zu wechseln.

Bauprobleme: Herausforderungen in ländlichen Gebieten

Wer sich für einen Glasfaseranschluss entscheidet, muss häufig mit längeren Wartezeiten rechnen als bei etablierten Technologien wie DSL oder Kabel. Dies ist besonders in ländlichen Regionen der Fall: 27 Prozent der Dorfbewohner mussten nach der Zusage für den Ausbau mehr als ein Jahr warten, während dies in Großstädten nur auf 8 Prozent zutrifft. Nahezu die Hälfte der Glasfaser-Nutzer (48 Prozent) berichten von Schwierigkeiten beim Ausbau, wobei Verzögerungen und nicht eingehaltene Fristen die häufigsten Probleme sind. Im Vergleich dazu sind Beschwerden über Mehrkosten, Planungsschwächen oder zurückgezogene Ausbauzusagen seltener. 44 Prozent der Nutzer geben an, dass sie beim Ausbau keine wesentlich störenden Probleme erlebt haben.

Entscheidung für Glasfaser: Das Gesamtpaket überzeugt

In einer Umfrage zu den Beweggründen für die Entscheidung für Glasfaser äußerten die meisten Teilnehmer, dass die Vorteile dieser Technologie insgesamt überzeugend waren (29 Prozent). Nahezu ebenso viele Befragte (27 Prozent) gaben an, dass ihnen bereits geplante Ausbaumaßnahmen vor Ort zugutekamen. Dieser Aspekt erweist sich vor allem für ländliche Bewohner als wichtiger als für die Bewohner von Städten. Dies gilt auch für die Voraussetzungen bezüglich einer Mindestanzahl von Haushalten, die für die Ausbauzusage erforderlich sein können: In ländlichen Regionen betrifft dies bis zu 22 Prozent der Bevölkerung, während dies in urbanen Gebieten seltener erwähnt wird.

Insgesamt entschieden sich 20 Prozent der Befragten für Glasfaser, da ihre Internetnutzung eine schnelle und stabile Verbindung erforderte; hierbei sind insbesondere jüngere Nutzer betroffen. Faktore wie die Unzufriedenheit mit dem vorherigen Anschluss oder der Wunsch, den Wert der eigenen Immobilie zu steigern, spielen für höchstens 15 Prozent eine Rolle. Nur jeweils 6 Prozent nannten den Wunsch nach einem Anbieter mit besserem Service oder einer schnelleren Problemlösung als Grund für ihren Wechsel.

Über 50 Prozent der Glasfasernutzer nutzen nicht die volle Geschwindigkeit

Lediglich 21 Prozent der Nutzer mit einem Glasfaseranschluss sind in der Lage, die maximale Geschwindigkeit von 1.000 Mbit pro Sekunde (Mbit/s) auszuschöpfen, da höhere Bandbreiten bislang nicht angeboten werden. Jeder Vierte hat einen Anschluss mit 500 Mbit/s, die am häufigsten gewählte Bandbreite. Über 50 Prozent der Nutzer haben sich für Anschlüsse entschieden, die niedrigere Geschwindigkeiten mit geringeren Kosten verbinden. In vielen Fällen hat sich gezeigt, dass Glasfaser in den ersten zwei Jahren kostengünstiger ist als vergleichbare DSL-Tarife mit ähnlichen Geschwindigkeiten.

39 Prozent der umfragten Glasfaser-Nutzer sind Kunden der Deutschen Telekom, während Deutsche Glasfaser und Vodafone mit jeweils ungefähr 12 Prozent an zweiter und dritter Stelle stehen. Anbieter wie O2, 1&1, EWE oder M-net erreichen hingegen nur einstellige Prozentwerte. Fast 20 Prozent der Befragten geben an, einen anderen Anbieter zu nutzen, der nicht namentlich genannt wird, was auf die Fragmentierung des Marktes hinweist.

Zufriedenheit mit dem Glasfaseranschluss: Mehrheit ist glücklich

Unabhängig von ihrem Anbieter sind 69 Prozent der befragten Glasfasernutzer mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis ihres Anschlusses zufrieden, und 25 Prozent sind sogar sehr zufrieden. In unserer Untersuchung haben wir keine klaren Hinweise darauf gefunden, dass die Kosten für Glasfaser ein ernstes Hemmnis für den Wechsel des Anbieters darstellen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird von über zwei Dritteln der Nutzer positiv beurteilt, und nur 15 Prozent der Interessierten berichten, dass sie aufgrund von hohen Kosten auf Glasfaser verzichten würden. Unser Fazit lautet: Wenn Bedarf besteht und ein Anschluss verfügbar ist, erfolgt der Wechsel.

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