Digitale Isolation im Seniorenheim

Viele ältere Menschen bleiben offline

  • 100% kostenlos und unverbindlich
  • Über 300 Anbieter im Vergleich
  • Täglich aktualisiert für beste Preise
  • Erfahrung & Expertise
  • Fair & Transparent
  • Kunden-freundlich
Alle wichtigen Internetanbieter im Vergleich – bundesweit und regional

Die Anzahl der älteren Menschen, die online aktiv sind, wächst stetig. Doch für diejenigen, die nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu versorgen, bedeutet der Aufenthalt in Senioren- und Pflegeeinrichtungen häufig eine Isolation von der digitalen Welt. Bei Nachfragen zum Thema WLAN-Access zeigen sich die größten Betreiber von Pflegeeinrichtungen in Deutschland oft wenig kooperativ.

Offline im Altenheim
Internet-Tarife für Senioren vergleichen
  • Alle verfügbaren Internet-Tarife für Senioren vergleichen
  • Unverbindlich und kostenfrei vergleichen
  • Finden Sie mit wenigen Klicks die günstigsten Preise
  • Direkt online abschließen – einfach und schnell
  • TÜV-geprüfter Vergleichsrechner
  • 100% kostenlos und unverbindlich
Internet-Tarife für Senioren vergleichen
  • Alle verfügbaren Internet-Tarife für Senioren vergleichen
  • Unverbindlich und kostenfrei vergleichen
  • Finden Sie mit wenigen Klicks die günstigsten Preise
  • Direkt online abschließen – einfach und schnell
  • TÜV-geprüfter Vergleichsrechner
Jetzt Tarife vergleichen
  • 100% kostenlos und unverbindlich

Fehlende gesetzliche Regelungen für Internetzugang in Süddeutschland

Betreiber von Alten- und Pflegeeinrichtungen in Süddeutschland haben derzeit die rechtliche Freiheit zu entscheiden, ob sie ihren Bewohnern einen Internetzugang anbieten. In vier Bundesländern, darunter Bayern und Baden-Württemberg, gibt es momentan keine verbindlichen Vorschriften zur Internetversorgung in Seniorenheimen. Eine einheitliche Verpflichtung auf Bundesebene ist nicht vorhanden.

Digitale Mitbestimmung variiert je nach Standort und Einrichtungsträger

Ältere Menschen, die sich nicht mehr selbstständig versorgen können, finden sich oft in einer digitalen Wüste wieder. Trotz Bekundungen der Ampel-Regierung, die digitale Teilhabe für Senioren zu fördern, wurden bisher keine verbindlichen Richtlinien zur Internetversorgung für Alten- und Pflegeeinrichtungen geschaffen. Die entsprechenden Regelungen werden nach wie vor auf Länderebene entschieden.

Die ältesten landesspezifischen Vorschriften, die sich mit Internetanbindung befassen, stammen aus dem Jahr 2010 (in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern), während andere Bundesländer, wie Sachsen, erst im Jahr 2024 aktiv wurden. Hessen hat eine Einschränkung eingeführt, die besagt, dass Internetzugang „sofern technisch möglich“ gewährleistet sein muss. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland und Thüringen gibt es derzeit keine entsprechenden Vorgaben für die Internetversorgung in Senioreneinrichtungen.

Dieser föderale Flickenteppich verwandelt die digitale Teilhabe älterer und pflegebedürftiger Menschen in ein Glücksspiel. In Bayern und Baden-Württemberg, zwei der drei größten Bundesländer, bestehen keinerlei Vorgaben zur Internetversorgung in Alten- und Pflegeheimen. Darüber hinaus hängt der Zugang zu einem Internetanschluss nicht nur vom Bundesland und Standort ab, sondern auch vom jeweiligen Betreiber der Einrichtung.

Lediglich 20 Prozent der Betreiber geben Auskunft über die digitale Infrastruktur

Im September und Oktober 2024 befragte Verivox die zehn größten Betreiber von Alten- und Pflegeheimen in Deutschland, ob sie ihren Bewohnern WLAN anbieten oder dies planen. Sechs der zehn befragten Betreiber reagierten nicht auf wiederholte Anfragen. Zwei weitere Unternehmen erklärten, sich derzeit nicht zu diesem Thema äußern zu wollen. Nur zwei Betreiber, die Korian-Gruppe (zweitgrößte Bettenanzahl in Deutschland) und die Evangelische Heimstiftung (zehntgrößte Bettenanzahl), ließen konkrete Informationen zur Internetanbindung ihrer Einrichtungen verlauten.

Laut der Korian-Gruppe steht den Bewohnern „grundsätzlich“ in allen Pflegeeinrichtungen ein WLAN-Zugang zur Verfügung, wobei der Ausbau in einigen Häusern noch im Gange ist. Die Evangelische Heimstiftung gab an, dass etwa zwei Drittel ihrer Pflegeeinrichtungen bereits mit WLAN ausgestattet sind und bei neuen Standorten eine Internetverbindung verpflichtend sei. Beide Träger betonten, dass es keine Einschränkungen bei der Zimmerkategorie in Bezug auf die Internetnutzung gebe und dass für die Grundversorgung keine zusätzlichen Kosten entstehen. Bei der Korian-Gruppe können höhere Bandbreiten gegen einen Aufpreis hinzugebucht werden.

Zusätzliche Gebühren für die Nutzung von WLAN sind häufig anzutreffen

Einige Betreiber von Alten- und Pflegeheimen bieten den Internetzugang lediglich als optionale Leistung in „Komfortzimmern“ oder auf Anfrage an, wie auf den Webseiten der Johanniter, der Azurit-Hansa-Gruppe und Alloheim angegeben. In vielen Fällen werden die Kosten hierfür den Bewohnern in Rechnung gestellt, was durch die Heimgesetze legitimiert ist. Auf den Websites von emeis (Orpea-Gruppe) und Pro-Seniore finden sich keine Informationen zur Internetversorgung, weder als Zusatzangebot noch für die Pflege junger Menschen. Andere Betreiber beschränken sich meist darauf, die Internetanbindung nur für ausgewählte Standorte zu kommunizieren.

Bereits vor drei Jahren hat Verivox eine Untersuchung zur WLAN-Versorgung in Alten- und Pflegeheimen durchgeführt. Seit 2021 hat sich in dieser Hinsicht besorgniserregend wenig verändert. Ohne eine bundesweit verbindliche Regelung zur Internetversorgung in diesen Einrichtungen bleibt die soziale Teilhabe älterer Menschen stark eingeschränkt. Die Bedeutung der digitalen Kommunikation für weniger mobile Personen wurde während der Pandemie eindrucksvoll aufgezeigt. Es ist ein erheblicher Mangel an Verantwortung der beteiligten Akteure, dass aus diesen Erfahrungen keine verbindlichen Regelungen hervorgegangen sind.

Die Bedeutung einer Internetanbindung für Betreiber ist unbestritten

Die Bereitstellung von WLAN in Seniorenheimen kommt nicht nur den Bewohnern zugute, sondern ist auch für die Betreiber von großer Bedeutung. Viele Betreiber haben eigene Digitalisierungsprojekte in Planung, die beispielsweise technische Assistenzsysteme oder Telemedizin umfassen. Eine umfassende und zuverlässige Internetversorgung ist zudem für den reibungslosen Betrieb der Einrichtung notwendig und bildet die Grundlage für digitale Anwendungen in der Pflege.

Allerdings erfordert der Aufbau einer digitalen Infrastruktur nicht nur viel Zeit, sondern auch erhebliche Investitionen in den Einrichtungen. Dies schließt die Vernetzung der Gebäude sowie den Erwerb von Serverkapazitäten, Softwarelizenzen und Endgeräten ein. Laut Angaben der Evangelischen Heimstiftung beliefen sich im Jahr 2021 die Gesamtkosten für die vollständige WLAN-Ausstattung einer kleinen Einrichtung, einschließlich Verkabelung, auf rund 90.000 Euro; die Bauzeit betrug dabei etwa sechs Wochen. Für ein größeres Haus mit etwa 130 Plätzen rechnete man mit Kosten von etwa 270.000 Euro und einer Bauzeit von rund drei Monaten.

Aktuelle News