Schnelles Internet für alle? Über 3 Millionen Deutsche warten noch immer!

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Im Jahr 2018 war geplant, dass ganz Deutschland Zugang zu Breitbandinternet mit einer Geschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde haben sollte. Doch noch immer sind etwa 3,4 Millionen Menschen hierzulande auf langsamere Internetverbindungen angewiesen. Verivox fordert die Umsetzung des bereits fünf Jahre alten Versprechens eines „schnellen Internets für alle“, um der wachsenden digitalen Kluft entgegenzuwirken.

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In 11.000 Gemeinden unzureichende 50-Mbit/s-Versorgung: Verbesserung dringend nötig

Laut den Daten des Bundesbreitbandatlas haben fast 96 Prozent aller deutschen Haushalte Zugang zu einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s. Die restlichen vier Prozent müssen mit langsameren Internetgeschwindigkeiten auskommen. Das bedeutet, dass insgesamt beinahe 1,7 Millionen Haushalte oder 3,4 Millionen Menschen nicht vom schnellen Internet profitieren können. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Ausbauquote lediglich um 2,6 Prozent verbessert.

Über 11.000 Gemeinden in Deutschland verfügen immer noch nicht über eine angemessene Versorgung mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s. In etwa 324 dieser Kommunen liegt die Abdeckung bei maximal zehn Prozent – und mehr als die Hälfte davon hat gar keinen Zugang zu festen Breitbandanschlüssen mit der geforderten Geschwindigkeit.

Schnelles Internet als Grundversorgung: Digitale Spaltung überwinden!

In ländlichen Regionen sind immer mehr Menschen von der heutzutage üblichen Internetnutzung ausgeschlossen. Der Bedarf an Daten wächst kontinuierlich: Während im Jahr 2022 noch 276 Gigabyte (GB) pro Festnetzanschluss und Monat verbraucht wurden, stieg dieser Wert laut einer Analyse des VATM im vergangenen Jahr auf 321 GB. Schnelles und stabiles Internet sollte als essenzieller Bestandteil unserer Grundversorgung angesehen werden, vergleichbar mit Strom und Gas. Eine digitale Teilhabe ist nicht gewährleistet, wenn ganze Landstriche unterversorgt sind. Oftmals wird der stark gestiegene Bedarf an Daten durch eine unzureichende Infrastruktur behindert.

Seit dem Jahr 2022 gilt in Deutschland ein „Recht auf schnelles Internet“. Das bedeutet, dass überall Festnetzinternet mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 10 Mbit/s verfügbar sein muss – auch dieses Ziel wurde bisher nicht erreicht. Allerdings reichen 10 Mbit/s oft nicht aus, um selbst Standardanwendungen vernünftig nutzen zu können. Die Mindestgeschwindigkeit sollte daher so schnell wie möglich auf mindestens 50 Mbit/s im Download erhöht werden.

Für viele Haushalte wird sogar diese Geschwindigkeit nicht genügen: In einem Haushalt mit schulpflichtigen Kindern und einem Elternteil im Home-Office ist allein für die Pflicht-Anwendungen ein hoher Bandbreitenbedarf vorhanden, sodass bei gleichzeitigem privatem Streaming oder Gaming kaum noch Kapazität übrig bleibt – selbst bei einer Geschwindigkeit von 50 Mbit/s .Die Unterschiede zwischen der Mindestversorgung und Gigabit-Speed sind beträchtlich: Langsame Anschlüsse erschweren es den Bewohnern aktiv am digitalen Leben teilzuhaben in vielen Bereichen des Alltags erheblich Wenn schnelles Internet abhängig vom Wohnort ist fördert das die digitale Spaltung innerhalb der Gesellschaft.

Open Access statt Infrastrukturwettbewerb: Digitale Chancengleichheit

Die neue Gigabitstrategie der Bundesregierung setzt ehrgeizige Ziele: Eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser ist im Koalitionsvertrag festgehalten. Bis 2024 sollen die Hälfte aller Haushalte erreicht werden, bis 2030 wird eine vollständige Abdeckung angestrebt. Um zu verhindern, dass durch den Ausbau auf Gigabit-Basis eine digitale Kluft zwischen Stadt und Land entsteht und Projekte gegeneinander ausgespielt werden, sollte sich jeder darauf konzentrieren, mindestens 50 Mbit/s für alle umzusetzen – anstatt nur wenigen Gigabit zur Verfügung zu stellen. Anstelle eines Infrastrukturwettbewerbs bedarf es eines Wettbewerbs um erschwingliche Tarife sowie offener Netze als Grundlage durch Open Access.

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