Telekom plant DSL-Abschied
Erste Ortschaften bereits 2024 ohne Anschluss?
Alle wichtigen Internetanbieter im Vergleich – bundesweit und regional
Können wir eine vorzeitige Stilllegung des DSL-Netzes durch die Deutsche Telekom aufgrund des beschleunigten Glasfaserausbaus erwarten? Die deutschen Regierungsziele streben eine lückenlose Glasfaserversorgung bis zum Jahr 2030 an. Allerdings prognostiziert der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) schon für das Jahr 2024 oder sogar Ende 2024 die Einreichung des ersten Antrags der Telekom, um lokale DSL-Netzwerke abzuschalten. Angesichts dieser Entwicklung fordert der Verband klare Regelungen von der Bundesnetzagentur für einen fairen Übergang der Infrastrukturtechnologie von Kupferkabeln zu Glasfasernetzen. Der BREKO präsentierte in dieser Woche ein eigenes Übergangskonzept während einer Pressekonferenz.

Stufenweiser DSL-Rückbau statt festem Abschalttermin
Es steht fest, dass nicht an einem einzigen Datum landesweit das DSL-Netz abgeschaltet wird; dies wurde von der Telekom zu Beginn des Jahres bereits klargestellt. Vielmehr ist geplant, die weitreichenden 300.000 Kabelverzweiger des Telekom-DSL-Netzes sukzessive außer Betrieb zu nehmen. Allerdings hegt der BREKO Bedenken, dass die Telekom bewusst zügigere Abschaltungen in Regionen vornehmen könnte, in denen sie ihr eigenes Glasfasernetz ausgebaut hat, um die Kunden zu einem Wechsel zu bewegen. In Arealen ohne Telekom-Glasfaser vermutet der BREKO ein mögliches Hinauszögern des Betriebes des Kupfernetzwerkes. Das Resultat wäre ein geringerer Anreiz für Verbraucher, von DSL zu einem Glasfaseranschluss der Konkurrenz zu wechseln.
Um eine solche taktische Netzabstellung zu unterbinden, plädiert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers für ein Eingreifen der Bundesnetzagentur: Er verlangt eine aktive Steuerung des Übergangs von Kupfer zu Glasfaser durch die Behörde und die Erstellung eines detaillierten Plans, der die Abschaltung des alten Telefonnetzes in den von der Konkurrenz erschlossenen Gebieten garantieren würde, sobald dort Glasfaser flächendeckend zugänglich ist.
BREKO strebt Fairness bei DSL-Rückbau unter Konkurrenten an
Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) setzt sich für ein Modell der gleichberechtigten Behandlung ein. Dieses Modell sieht vor, dass die Telekom nur dann die Zustimmung zur Stilllegung ihres Kupfernetzes in eigenen Glasfaserausbaugebieten erhalten soll, wenn sie sich verpflichtet, das DSL-Netzwerk in gleicher Weise in den von Konkurrenten erschlossenen Gebieten abzubauen. Eine solche Regelung würde anderen Glasfaseranbietern einen Anreiz bieten, da sie mit einer hohen Nutzungsrate ihrer Netze kalkulieren könnten. Der BREKO argumentiert, dass durch eine zügige Kupfernetz-Abschaltung Strom und sonstige Ressourcen effizient eingespart werden könnten.
Kundenperspektive: die Auswirkungen des DSL-Netz-Endes
Wenn sich das Zeitalter des DSL dem Ende zuneigt, steht eine nicht geringe Anzahl der deutschen Internetnutzer vor einem bedeutenden Umstieg. Noch immer nutzen die meisten deutschen Verbraucher einen DSL-Anschluss für ihre Internetverbindung, doch die bevorstehende Umstellung könnte dieses Bild bald ändern. Gemäß des BREKO sollte ein Übergang zur Glasfaser jedoch nicht mit drastischen Preissprüngen verbunden sein, da exorbitante Tariferhöhungen den Kunden das Recht zur außerordentlichen Kündigung gewähren würden. Ein bloßer Wechsel in der Technologie – von DSL zu Glasfaser – begründet hingegen kein solches Sonderkündigungsrecht. Darüber hinaus wird die DSL-Technik nicht überstürzt außer Betrieb genommen; zwischen der Ankündigung und dem tatsächlichen Beginn der Umstellung liegt ein Zeitfenster von mindestens einem Jahr.
In Regionen, in denen zwischen 95 und 99 Prozent der Haushalte bereits Zugang zur Glasfasertechnologie haben – was bedeutet, dass die Leitungen verlegt sind, auch wenn noch nicht alle Gebäude angeschlossen sind – ist eine mögliche Abschaltung der Kupfernetze denkbar. Während des ein- bis zweijährigen Zeitraums bis zur endgültigen Stilllegung der Kupferinfrastruktur können zahlreiche Haushalte noch an das Glasfasernetzwerk angeschlossen werden.
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