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Studie zu 5G – schneller Netzausbau, aber eher geringes Nutzerinteresse

15.03.2023
5G geringes NutzerinteresseKaum ein Thema wurde im Zusammenhang mit dem Sektor Mobilfunk in den vergangenen Jahren so umfassend diskutiert wie das noch immer recht junge Netz der 5G-Technologie. Dabei soll es an dieser Stelle nicht um die – von vielen Studien längst widerlegten – Spekulationen über angebliche gesundheitliche Risiken durch den Ausbau des Netzes gehen. Interessanter ist vielmehr, dass die Versorgung innerhalb Deutschlands in diesem Zusammenhang deutlich schneller zu gelingen scheint, als es von verschiedenen kritischen Beobachtern vorhergesagt worden war. So kommt die für die Überwachung zuständige Bonner Bundesnetzagentur in aktuellen Auswertungen zu dem Ergebnis, dass die Provider inzwischen etwa eine Abdeckung von gut 85 Prozent der deutschen Mobilfunkfläche erzielen konnten. Abgesehen von der Geschwindigkeit des Netzausbaus verdient aber ebenfalls das bisherige Verhalten potenzieller 5G-Nutzer in Deutschland Aufmerksamkeit.

Das Vergleichsportal Verivox hat diesbezüglich nun Ergebnisse einer Befragung veröffentlicht. Wenig überraschend: Je nach Auslegung können die vorliegenden Daten sowohl Kritikern als auch Fürsprechern als Bestätigung ihrer Einschätzungen dienen.

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Welchen Stellenwert hat 5G für Mobilfunkkunden bisher?

Die Informationen der Bundesnetzagentur immerhin zeigen zunächst, dass mittlerweile ein Großteil aller Kundinnen und Kunden per Handy vom 5G-Mobilfunk Gebrauch machen kann. Wie es um die Nutzung zum jetzigen Zeitpunkt steht, zeigt nun die Auswertung der von Verivox beauftragten Umfrage. Die beauftragte Innofact AG mit Sitz in Düsseldorf hat Ende Februar nun insgesamt 1.029 Personen zur Nutzung des Netzes befragt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zwischen 18 und 79 Jahren alt. Die erste Kernfrage war in diesem Kontext, wie sich der individuelle Wohnort am besten beschreiben lässt. Wählen konnten Befragte zwischen den Begriffen „Dorf“, „Landgemeinde“, Klein- oder Mittelstadt“, „kleinere Großstadt“, und „größere Großstadt“. Weiterhin wurde zugrunde gelegt, dass der Ausbau des Netzes der 5. Mobilfunkgeneration bundesweit konstant voranschreitet.

Die eigentliche Frage lautete, ob Umfrageteilnehmer besagtes Netzes bis dato überhaupt genutzt haben. Die Umfrage berücksichtigt repräsentativ den Status der deutschen Bevölkerung nach Alter und Geschlecht auf der einen und der Zuordnung nach Bundesländern auf der anderen Seite.

Nur etwa jeder zweite Nutzer hat Erfahrungen mit dem „schnellen Netz“

Die Experten von Verivox berücksichtigen darüber hinaus das sogenannte Mobilfunk-Monitoring der erwähnten Bundesnetzagentur zum ersten Monat des Jahres 2023 in Verbindung mit der Netzabdeckung über 5G in den zehn größten Städten Deutschlands nach absteigender Einwohnerzahl und der Gesamtheit der angrenzenden Landkreise. Bei den zuletzt genannten Landkreisen dienten Mittelwerte als Berechnungsgrundlage. Will man die Analyse negativ bewerten, fällt diese eher ernüchternd aus. Denn laut Verivox kann bisher etwa jeder zweite Nutzer keinerlei Erfahrungen mit dem 5G-Netz vorweisen. Will man die Ergebnisse positiv auslegen, haben immerhin fast 50 % der Mobilfunkkunden das Netz immerhin einmalig „getestet“. Gerade aus der Sicht der Netzbetreiber dürften die Aussagen der befragten Nutzerinnen und Nutzer möglicherweise nicht den Erwartungen entsprechen.

Fehlendes Tarifangebot steht der Netzauslastung im Weg

Lohnend ist die eingehende Aufschlüsselung der Ergebnisse. 40 % der deutschen Mobilfunkkunden haben im Rahmen der Umfrage von einer einmaligen oder mehrfachen Nutzung des Netzes berichtet. Sage und schreibe 49 % wiederum haben nach eigener Auskunft niemals das schnelle Netz verwendet. Ein Zehntel aller Befragten konnten keine klaren Aussagen treffen und wussten nicht, ob sie das Netz möglicherweise genutzt haben, ohne es zu wissen. Kurzum: Die tatsächliche Nutzung des 5G-Netzes bleibt weit hinter der Netzabdeckung und des bisherigen Ausbaus in Deutschland zurück. Im Hause Verivox weiß man diesen Stand der Dinge einzuordnen. So gebe es einen durchaus nachvollziehbaren Grund dafür, dass viele Kundinnen und Kunden nach wie vor auf die 5G-Netznutzung verzichten. Zum einen bräuchte es einen passenden Mobilfunktarif, um über Netz mobil im Internet surfen oder telefonieren zu können. Eben diese Tarife seien jedoch mit oftmals spürbar höheren Grundgebühren verbunden.

Ebenso würden die derzeit hohe Inflationsrate und gestiegenen Lebenshaltungskosten viele Verbraucher von der Anschaffung eines 5G-geeigneten Endgerätes abhalten. Und noch ein Aspekt scheint viele NutzerInnen in spe abzuschrecken: Es fehle wie gehabt an bezahlbaren 5G-Tarifen zum Schnäppchenpreis.

Höheres Einkommen führt scheinbar zu stärkerer Netznutzung

Interessant und lohnenswert fällt die Analyse aus, schaut man sich die Angaben in verschiedenen Einkommensklassen an. In der Gruppe derer, die pro Monat über ein Einkommen von 2.500 Euro oder mehr verfügen, gaben 23 % an, entweder über einmalige oder mehrfache Erfahrungen im 5G-Netz zu verfügen. Bei jeden Befragten, die maximal 1.500 Euro monatlich verdienen, liegt der Wert bei nur 17 %. Und auch das Alter spielt eine wichtige Rolle. In der Gruppe der Befragten im Alter unter 30 Jahren gaben immerhin 58 % an, das 5G-Netz wenigstens einmal getestet zu haben. In keiner anderen Altersgruppe verzeichnete die Umfrage einen vergleichbar hohen Wert. Je älter die Umfrageteilnehmer, desto geringer fiel der Wert aus. Während 29 % der TeilnehmerInnen im Alter von 50 bis 69 Jahren ihrerseits einmal (oder häufiger) das 5G-Netz fürs Surfen genutzt, fällt der Anteil in der Altersklasse Ü70 auf nur noch 17 % ab.

Übrigens: Auch zwischen den Geschlechtern variieren Interesse und Nutzungsbereitschaft. Ungeachtet des Alters liegt der Anteil der männlichen Umfrageteilnehmer, die über 5G-Erfahrungen verfügen, bei über 25 %. Der Anteil der Frauen liegt mit 17 % weit darunter.

Abstand zwischen Metropolen und kleineren Städten nimmt ab

Obwohl der Ausbau des Netzes zur 5G-Technologie insbesondere in Ballungszentren und städtischen Bereichen besonders schnell erfolgte, präsentiert die aktuelle Auswertung hier gegenüber der Nutzung des Netzes in ländlichen Regionen wider Erwarten eher geringe Abweichungen. So jedenfalls betonen es die Verivox-Experten. Oder anders formuliert: Der Zuspruch für das Netz fällt weniger deutlich aus, wenn es um die Größe des Wohnortes geht. Etwa ein Fünftel der Anwohner im ländlichem Raum (also kleineren Städten oder Gemeinden) gab im Rahmen der Umfrage an, das Netz für 5G wiederholt genutzt zu haben. In Großstädten (Einwohnerzahl ab 100.000) liegt der Wert mit 25 % im Vergleich nicht gravierend höher. Bezüglich der „Nichtnutzung“ verhält sich die Situation ähnlich. 50 % der Nutzer in eher kleinen Gemeinden/Städten gaben, nicht über 5G-Erfahrungen zu verfügen.

Mit 47 % liegt das Ergebnis in deutschen Großstädten nur knapp darunter. Verivox-Experte Jens-Uwe Theumer kommt deshalb zu der Erkenntnis, dass die Kluft zwischen städtischen und ländlichen Gebieten zusehends schwindet.

Schnellere Netz-Akzeptanz ist auf bessere Angebote angewiesen

Diese Erkenntnis ist insofern erfreulich, da die Unterschiede in den Anfangstagen der 5G-Technologie wesentlich größer ausgefallen waren. Noch im Oktober des Vorjahres 2022 bewegte sich die Versorgung zwischen Großstädten und den jeweiligen „angrenzenden Landgemeinden“ auf etwa ein Drittel. Anfang 2023 blieb die Versorgung im ländlichen Umfeld nur noch 15 % hinter den Daten der von der Bundesnetzagentur betrachteten Metropolen zurück. Verivox-Spezialist Theumer attestiert zuletzt eines: Damit 5G für den privaten Sektor – neben einem weiterhin besseren Ausbau des Netzes – reizvoller werden kann, bedarf es in erster Linie preiswerterer Tarifmodelle. Vor dem Hintergrund der momentan erhältlichen Angebote sei es verständlich, dass viele Endkunden am durchaus ausreichenden 4G-Netz festhalten.

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