Steht Kabel-TV während der EM vor dem Aus?
Die Zeiten ändern sich: In nur sechs Wochen läuft das Nebenkostenprivileg für Kabelfernsehen aus. Vom 1. Juli 2024 an müssen Mieter selbst die Rechnungen an ihre Kabelanbieter begleichen, da die Weitergabe der Kosten via Mietnebenkosten nicht mehr gestattet ist. Konfrontiert mit der Notwendigkeit eines individuellen Anbietervertrags oder dem Umstieg auf alternative Empfangsoptionen wie Internet-TV, stehen Mieter vor der Frage: Wird das Kabelsignal mitten während der Fußball-Europameisterschaft gekappt? Einsichten hierzu wurden kürzlich von führenden Anbietern wie Vodafone auf der ANGA COM, einer bedeutenden Breitbandmesse in Köln, geteilt.

Vodafone warnt: Kabelfernsehen könnte in EM-Zeiten abgeschaltet werden
Andreas Fuchs, ein Manager bei Vodafone, weist darauf hin, dass das Unternehmen möglicherweise den Kabel-TV-Zugang für Vertragslose während der laufenden EM kappen könnte. Allerdings räumt er ein, dass eine flächendeckende Abschaltung zum geplanten Datum logistisch nicht umsetzbar ist, da hierfür der Zutritt zu den privaten Bereichen der Kunden notwendig ist. Um den Übergang zu erleichtern, hat Vodafone bereits im Herbst 2023 begonnen, Kundschaft auf neue Vertragsmodelle umzustellen. Trotz umfangreicher Maßnahmen besteht weiterhin Aufklärungsbedarf bei einem erheblichen Anteil der Kundschaft, wobei Haustürbesuche als Hauptmethode zur Informationsvermittlung dienen.
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Vodafone GigaTV Cable
Kabel |
ab 9,99 € mtl. |
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PYUR HDTV & HDTV Premium
Kabel |
0,00 € mtl. |
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Vodafone GigaTV Net
IP-TV |
ab 9,99 € mtl. |
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Telekom MagentaTV
IP-TV |
0,00 € mtl. |
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1&1 HD TV
IP-TV |
0,00 € mtl. |
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o2 TV
IP-TV |
ab 4,99 € mtl. |
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M-net TVplus
IP-TV |
ab 12,90 € mtl. |
Tele Columbus bietet Kulanzzeitraum vor finaler Trennung des Kabel-TV-Anschlusses
Im Lichte der bevorstehenden Aufhebung des Nebenkostenprivilegs steht Tele Columbus, Betreiber der Kabelfernsehmarke PŸUR, vor der Herausforderung, nahezu eine Million Nutzerkonten von der kollektiven auf individuelle Abrechnung umzustellen. Angesichts dieser Änderung gesteht Vorstandsmitglied Christian Biechteler ein, dass ein Abwanderungsrisiko von Kabelfernsehkunden besteht, auch unter dem Druck konkurrenzstarker Werbekampagnen durch Anbieter wie Telekoms MagentaTV. Trotzdem bleibt Biechteler zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Basis-Kabelanschlüssen bestehen bleibt, während das Unternehmen weiterhin in den Bereichen Internet und Festnetztelefonie wachsen möchte.
Eine reibungslose Kooperation mit den Eigentümern und Verwaltern von Wohnimmobilien unterstützt den Umstellungsprozess. Kunden, die noch keinen eigenen Vertrag abgeschlossen haben, sollen ab Juli ein Kulanzfenster erhalten, bevor das Unternehmen das Kabelnetz final abstellt. Zudem ist eine zusätzliche Vertriebsphase geplant. Mit über 200 Technikern steht Tele Columbus bereit, die technische Seite der Signalabschaltung zu managen.
Willy.tel und M-net: Strategien für die Zeit nach Juli
Willy.tel aus Hamburg plant, den Fernsehdienst Anfang Juli einzustellen, sollte ein Kunde nach der dritten Ankündigung weiterhin nicht reagieren, warnt Geschäftsführer Bernd Thielk. Allerdings besteht eine logistische Herausforderung, da es an Technikern mangelt, die tatsächlich vor Ort den Anschluss kappen können. Besonders kompliziert ist die Abschaltung bei alten Kabelsystemen, die eine Baumstruktur aufweisen und keine individuelle Trennung der Nutzeranschlüsse zulassen.
M-net aus München hingegen verfolgt die Strategie, durch wiederholte Warnungen vor einer möglichen Unterbrechung des Dienstes im Juli zur Handlung zu bewegen. Manager Wolfgang Wallauer stellt klar, dass für die Aufrechterhaltung der Dienste ein Entgelt notwendig ist – ein konsequenter Ansatz, den der Anbieter verfolgt, um langfristig Qualität und Service zu gewährleisten.
Immobiliensektor setzt auf Entgegenkommen der Kabelnetzbetreiber
Claus Wedemeier vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen berichtet von intensivierten Bemühungen, das Bewusstsein und die Information der Mieter vor der Aufhebung des Nebenkostenprivilegs zu erhöhen. Der Branchenverband setzt dabei auf das Verständnis und die Werbemaßnahmen der Kabelnetzanbieter. Besonders bei anstehenden Kooperationen zur Glasfaserverlegung würde eine TV-Abschaltung mittendrin in der Fußball-EM ein negatives Signal senden.
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